Neuer Studienplan

Ein neuer Studienplan

Mit dem Wintersemester 2011/2012 ist es soweit: Ein neuer Bachelorstudienplan wird für alle Studierenden in Kraft treten, die sich neu inskribieren – und Studierende im aktuellen Bachelorstudienplan werden darauf umsteigen können.

Allein die Tatsache, dass es fast zwei Jahre gedauert hat, dass notwendige Reformen im Studienplan umgesetzt werden, zeigt, wie bürokratisch und antidemokratisch die Universität organisiert ist – und dass der neue Studienplan ein zweischneidiges Schwert ist.

Vorab die schlechte Nachricht: Der neue Studienplan konnte jetzt nur deshalb umgesetzt werden, da mit nächstem Semester neue Zugangsbeschränkungen eingeführt werden, die bedingen, dass alle (Bachelor-)Studienrichtungen ihre Studieneingangsphase überarbeiten und Knock-Out Prüfungen in der STEOP einführen müssen. Abgesehen davon haben wir folgende Änderungen in den Studienplan reklamiert, die für viele Studierende einen großen Vorteil besitzen:

  • Kürzung der Erweiterungscurricula von 60 ECTS auf 30 ECTS-Punkte
  • Kürzung der Knock-Out-STEOP von 30 ECTS auf 15 ECTS-Punkte
  • Nur mehr diese 15 ECTS sind Voraussetzung für Methoden und Kernfächer
  • Erweiterung des Spezialisierungsbereiches von 24 ECTS auf 42 ECTS
  • Einführung von Spezialisierungsvorlesungen
  • Wiedereinführung der Vorlesungen „Politik und Recht“ und „Politik und Ökonomie“

Demokratisierung der Universität

Der Umgang mit Studienvertretungen anderer Studienrichtungen, die von den geplanten Änderungen der Studieneingangsphase überrannt wurden und bis zur letzten Sekunde nicht informiert waren, zeigt allerdings, wie schwierig es ist, als STV überhaupt Teil des Entscheidungsprozesses zu werden und den harten Kampf mit der verbürokratisierten neoliberalen Verschulungs- und Effizienzideologie auszufechten. Die STV Politikwissenschaft war die einzige Studienrichtung, die in diesem Kampf zumindest die Möglichkeit hatte, ihre Bedenken (etwa gegen die Einführung unschaffbarer Voraussetzungsketten oder die Abschaffung des Proseminars „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“) überhaupt zu äußern. Außerdem hat die neue Studienprogrammleitung entgegen des bisherigen Modus, gemeinsam auf Studienkonferenzen unter Einbindung der Studierenden über die Lehrplanung der kommenden Semester zu entscheiden.

Um diese bürokratischen, notwendigen und wichtigen Dinge unter maximaler Einbindung der Studierenden zu schaffen, ist eine kritische und nachbohrende Studienvertretung jetzt mehr denn je nötig, denn ein neuer Studienplan alleine garantiert weder kritische Lehrinhalte noch eine ausreichende Finanzierung der darin vorgesehenen Lehrveranstaltungen. Die Demokratisierung der Uni ist ein zu wichtiges Projekt, für das der Kampf vor allem jetzt nicht aufgegeben werden darf!

Wir werden daher:

  • Weiterhin regelmäßige Studierendenvollversammlungen zur Vernetzung abhalten
  • Zu einer Demokratisierung der Lehrplangestaltung durch offene Studienkonferenzen beitragen
  • Gegen aktuelle und zukünftige Zugangsbeschränkungen kämpfen