Her mit der Kohle!

Forderungen für die Möglichkeit eines sinnvollen Powi-Studiums

Her mit der Kohle!

Für die Möglichkeit eines sinnvollen PoWi-Studiums.

Die unannehmbaren Studienbedingungen an der Politikwissenschaft sind das Ergebnis jahrelanger Geringschätzung politikwissenschaftlicher Lehre und Forschung seitens des Wissenschaftsministeriums und der Leitung der Universität Wien. Die finanzielle, personelle und räumliche Ausstattung ist für die – gemessen an der Zahl der Studierenden – viertgrößte Studienrichtung der Universität Wien selbst in Betracht der bescheidenen Mittel, über welche die gesamte Universität verfügt, völlig unangemessen. Überfüllte Lehrveranstaltungen und Studierende, die keinen Platz in dringend benötigten Lektüre- und Methodenkursen bekommen haben, sind der aktuelle Ausdruck dieser Misere.

In erster Linie sind die Bundesregierung bzw. das Wissenschaftsministerium für die extreme Unterausstattung
verantwortlich. In so genannten „Leistungsvereinbarungen“ – jeweils auf drei Jahre abgeschlossene Verträge zwischen
Universitätsrektorat und Ministerium – wird das Universitätsbudget festgelegt und die Universität zu bestimmten Projekten und Maßnahmen verpflichtet.

Die nächste Leistungsvereinbarung (für den Zeitraum 2010-2012) wird noch dieses Semester verhandelt und abgeschlossen. Sollten darin keine Mittel vorgesehen werden, welche die Studienbedingungen in den Sozialwissenschaften
im Allgemeinen und der Politikwissenschaft im speziellen zumindest auf ein erträgliches Niveau heben, ist
für die nächsten Jahre keine Verbesserung des Elends zu erwarten.

Aus unserer Sicht muss die Leistungsvereinbarung für den Zeitraum 2010-2012 daher zwingend folgende Punkte beinhalten:

  • Mehr Lehrveranstaltungen! Zusätzliche Mittel, welche ein Lehrangebot gewährleisten, das eine den Studierendenzahlen angemessene Anzahl von Lehrveranstaltungen ermöglicht. Dies muss für alle Studienpläne gelten. Bachelor-, Diplom- und Masterstudium dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden!
  • Mehr Räume! Ein zweckgebunder Budgetposten im Rahmen der Hochschulraumbeschaffung für die sozialwissenschaftlichen Studien im Allgemeinen und die Politikwissenschaft im Speziellen. Nicht einmal ein Stockwerk für mehr als 5 000 Studierende ist inakzeptabel!
  • Mehr Personal! Zusätzliche Mittel zur drastischen Aufstockung des wissenschaftlichen Personals! Ein Studium von der Größe der Politikwissenschaft benötigt mehr fest angestelltes Personal. Zwei Drittel des Lehrbetriebs auf prekär Beschäftigte und unterbezahlte externe LektorInnen abzuwälzen, verunmöglicht qualitativ hochwertige Lehre und Forschung.


Um die aktuelle Situation zu entschärfen und zumindest die schlimmsten Missstände kurzfristig zu lindern, fordern wir von der Universitätsleitung und der Studienprogrammleitung Politikwissenschaft folgende Sofortmaßnahmen:

  • Zusätzliche Lehrveranstaltungen noch während dieses Semester in besonders überlaufenen Fächern (v.a. Methoden- und Lektürekurse).
  • Veröffentlichung von Äquivalenzlisten für Pflichtfächer im Diplom- und Bachelorstudium sowie Ausweitung der Anrechenbarkeitsmöglichkeiten für BA-Pflichtfächer.
  • Studierenden, die eine bestimmte Lehrveranstaltung für den Abschluss ihres Studiums bzw. eines Studienabschnitts benötigen und im Anmeldesystem keinen Platz erhalten haben, muss die Möglichkeit des Scheinerwerbs garantiert werden.
  • Weg mit dem undurchschaubaren Anmeldesystem! Rückkehr zu einem Präferenzsystem ab nächstem Semester sowie die Veröffentlichung des Quellcodes, um die Transparenz des Anmeldesystems zu gewährleisten.
  • Die im Curriculum des Bachelor-Studiums vorgesehenen Lehrveranstaltungen sollen spätestens mit dem WiSe 09/10 im vollen Ausmaß angeboten werden.


Nur so können adäquate Studien- und Arbeitsbedingungen für Studierende und Lehrende geschaffenwerden. Zugangsbeschränkungen, wie sie aktuell für Master- und PhD-Studium diskutiert werden, hingegen verunmöglichen dies und sind zu bekämpfen!